Arzt-Patient-Kommunikation

KommRhein Interpro - Wirksamkeit eines fertigkeitenorientierten interprofessionellen Kommunikationstrainings für Stationseinheiten an Organkrebszentren

Projektleitung:  Prof.  Hans-Christoph Friederich (Düsseldorf), André Karger (Düsseldorf),  Prof. Nicole Ernstmann (Bonn) , Prof. Oliver Cornely (Köln), Prof. Franziska Geiser (Bonn), Dr. Frank Vitinius (Köln), Dr. Andrea Petermann-Meyer (Aachen), Prof. Markus Burgmer (Münster)

Lokale Projektleitung: Dr. Frank Vitinius

Fördernde Institution: Deutsche Krebshilfe  

Laufzeit: 2019 - 2022

Kurzbeschreibung: In der Onkologie sind kommunikative Kompetenzen der Behandler ein wichtiger Qualitätsindikator der Behandlung. Bisherige Untersuchungen weisen darauf hin, dass kommunikative Kompetenzen der Behandler durch ein fertigkeitenorientiertes Kommunikationstraining messbar und effektiv verbessert werden können. Allerdings gibt es bezüglich Art und Umfang der Kommunikationstrainings, sowie deren Implementierung in komplexen Settings wie einem Onkologischen Zentrum bisher keine eindeutigen Empfehlungen. Gerade arbeitsplatzbezogene Faktoren wie Arbeitsbelastung und interprofessionelle Teamarbeit beeinflussen die Qualität der Kommunikation zwischen in Gesundheitsberufen Tätigen und Patienten maßgeblich, werden aber bei der Implementierung bisher kaum berücksichtigt.

Seit 1,5 Jahren arbeiten Onkologische Zentren der Universitätskliniken an fünf Standorten in NRW (Aachen, Bonn, Düsseldorf, Köln, Münster) in einem Fortbildungsverbund zur kommunikativen Kompetenz zusammen. Diese fünf Standorte wollen das Projekt an ihren Onkologischen Zentren realisieren, um längerfristig Kommunikationstrainings strukturell an ihren Onkologischen Zentren zu verankern. Zwar findet die Onkologische Behandlung zumeist in multiprofessionellen Teams statt; interprofessionelles Lernen zur Vermittlung kommunikativer Kompetenz wird aber bisher kaum genutzt.

Das Projektvorhaben hat zum Ziel, die Wirksamkeit eines teamorientierten, interprofessionellen Kommunikationstrainings in onkologischen Zentren zu evaluieren, bei dem alle Ärzte und in der Pflege Tätigen einer onkologischen Stationseinheit gemeinsam trainiert werden. Die manualisierte Kurzintervention umfasst insgesamt zehn Stunden und ist an die normalen Arbeitsprozesse des Stationsalltags angepasst. Primäre Zielvariable ist die krebsbezogene Angst der onkologischen Patienten, die auf den Stationen behandelt wurden. Die Annahme ist, dass Patienten, die auf onkologischen Stationen behandelt wurden, in denen Ärzte und Pflege in kommunikativer Kompetenz trainiert sind, im Behandlungsverlauf weniger krebsbezogene Angst, mehr Vertrauen in die Behandlung und weniger Unterstützungsbedarf haben, im Vergleich zu Patienten, die auf Stationen behandelt wurden, auf denen ausschließlich das ärztliche Personal trainiert wurde bzw. kein Training stattgefunden hat. Weiter wird erwartet, dass Arbeitsbelastung und Organisationsklima die Effekte moderieren.

Kommunikative Kompetenz und Performanz von Ärzten/innen för-dern (KPAP) – Langzeiteffekte von Kommunikationstrainings unter Berücksichtigung der Patientensicht

Projektleitung:  Dr. Frank Vitinius

Weitere Antragsteller: Dr. Dipl-Psych.  Barbara Stein, Prof. Wolfgang Söllner (Univ. Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Paracelsus Medizinische Privatuniversität, Klinikum Nürnberg)

Kooperationspartner: Dr. Dipl.-Psych. Alexander Wünsch (Freiburg),  Frau Prof. Stephanie Stock (Institut für Gesundheitsökonomie und klinische Epidemiologie),  Prof. Martin Hellmich (IMSB Uni Köln)

Fördernde Institution: Deutsche Krebshilfe  

Laufzeit: 2019 - 2021

Projektkurzbeschreibung: Über Langzeiteffekte von Kommunikationstrainings für onkologisch tätige Ärztinnen und Ärzte ist sehr wenig bekannt. Im Rahmen dieses Projekts soll untersucht werden, ob 3 Jahre nach Durchführung eines, auf dem KoMPASS-Projekt basierenden, regelhaft im Universitätsklinikum Köln implementierten Trainingsprogramm für onkologisch tätige Ärzte (Programm „Kommunikative Kompetenz“) Effekte hinsichtlich der Selbsteinschätzung der Ärzte und der Fremdeinschätzung der erstellten Videoaufzeichnungen einer standardisierten herausfordernden Gesprächssituation durch Experten mittels des Roter Interaction Analysis System (RIAS), der ComOn Rating Scale (einer Skala zur Einschätzung der Kommunikation im onkologischen Setting)  und der Aufklärungsgesprächbewertungsskala (AGBS) nachhaltig sind. Die standardisierte Gesprächssituation bezieht sich auf das Mitteilen schlechter Nachrichten („breaking bad news“) mit einem Simulationspatienten. Primäres Outcome ist das kommunikative Verhalten, das über die AGBS erfasst wird.

Zusätzlich soll die Patientensicht mit einbezogen werden, indem 30 Patienten die Videoaufzeichnungen mithilfe des AGBS, der ComOn Rating Scale und der wahrgenommenen Empathie (CARE) einschätzen. Zusätzlich machen sie Angaben zur eigenen Gesundheitskompetenz (CAHPS Item Set für Kommunikation mit Ärzten) und Freitextangaben, die inhaltsanalytisch ausgewertet werden sollen. Über diesen Ansatz können Langzeiteffekte hinsichtlich kommunikativer Kompetenz und Performanz bestimmt werden, so dass u.a. Empfehlungen hinsichtlich der Trainings für onkologisch tätige Ärzte gegeben werden können. Darüber hinaus kann über das multimodale Assessment, die zusätzlich auch die Patientenperspektive beim Assessment einbezieht, eine umfassendere Beurteilung von ärztlichen Kommunikationstrainings erfolgen, zumal die Sichtweisen von Experten und Patienten auseinanderweichen können.

EDCP-BRCA - Evaluation eines Decision Coaching Programms zur Entscheidungsunterstützung im Rahmen der Prävention bei BRCA1/2-Mutationsträgerinnen

Konsortialführung: Prof. Stephanie Stock (Institut für Gesundheitsökonomie und klinische Epidemiologie)

Konsortialpartner: Zentrum Familiärer Brust- und Eierstockkrebs, Universitätsklinik Köln (Prof. Dr. Rita Schmutzler, PD Kerstin Rhiem), Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaften, Martin Luther-Universität  Halle-Wittenberg (Prof. Anke Steckelberg), Klinik und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie, Universitätsklinik Köln (Dr. Frank Vitinius), Bergisches Kompetenzzentrum für Gesundheitsökonomik und Versorgungsforschung, Bergische, Universität Wuppertal (Prof. Juliane Köberlein-Neu)

Kooperationspartner: Fachbereich Psychologie, Sozialpsychologie und Entscheidungsforschung, Universität Konstanz (Prof. Wolfgang Gaissmaier)  

Förderung: Innovationsfonds (Förderkennzeichen: 01VSF17043 / Antrags- ID: VSF1_2017-181), Themenfeld: themenoffen.

Laufzeit: 2019 - 2021

Kurzbeschreibung: In Deutschland erkranken jährlich rund 70.000 Frauen an Brustkrebs sowie knapp 7.800 Frauen an Eierstockkrebs. Bei ca. 30 Prozent der Patientinnen liegt eine familiäre Häufung für Brust- und Eierstockkrebs vor. Rund 25 Prozent dieser Frauen tragen eine pathogene BRCA1- oder BRCA2-Mutation. Frauen mit dieser Mutation haben ein deutlich erhöhtes kumulatives Risiko, an Brustkrebs und/oder Eierstockkrebs zu erkranken. Die betroffenen Frauen haben verschiedene präventive Handlungsoptionen. Sie können beispielsweise das gesunde Brustdrüsengewebe sowie beide Eierstöcke/Eileiter prophylaktisch entfernen lassen oder an dem intensivierten Früherkennungsprogramm für die Brust teilnehmen. Für diesen Entscheidungsprozess ist es enorm wichtig, dass die Betroffenen gut beraten werden.

Das Projekt zielt darauf ab, die Entscheidungsfindung der Frauen durch ein strukturiertes, modulares und bedarfsadaptiertes Coaching zu unterstützen. So soll das Verständnis für Nutzen und Risiken der angebotenen Präventionsstrategien erhöht werden. Dies soll dazu beitragen, die Entscheidungskompetenz und -qualität der Ratsuchenden zu verbessern.

In bundesweit sechs Zentren für familiären Brust- und Eierstockkrebs erfolgt eine multizentrische, randomisierte, kontrollierte Studie mit ca. 400 Frauen. Ratsuchende werden während des ersten Arztgesprächs für die Studie rekrutiert und per Zufall der Interventions- oder Kontrollgruppe zugeordnet. Die Teilnehmerinnen der Kontrollgruppe erhalten die Routineversorgung, die Teilnehmerinnen der Interventionsgruppe zusätzlich ein spezielles Entscheidungscoaching. Die Ratsuchenden der Interventionsgruppe werden in ihrem Entscheidungsprozess aktiv von Pflegefachkräften unterstützt. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 2,1 Millionen Euro gefördert. Im Erfolgsfall kann das Entscheidungscoaching in die bereits bestehenden Beratungsabläufe aller Zentren für Familiären Brust- und Eierstockkrebs integriert werden.

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